Auf der Suche nach einem geeigneten Symbol für die Eröffnung des Martinusweges kamen wir sehr schnell auf den Mantel als verbindendes Element. Die Lörracher Künstlerin Astrid Eichin, die sich in ihrem Schaffen mit Mäntel und Häuten beschäftigt, hat unsere Idee umgesetzt und einen Martinusmantel geschaffen, der durch seine Einfachheit beeindruckt.

Der Mantel besteht aus einer einfachen T-Form, welche sich aus den handgewebten Stoffbahnen der bäuerlichen Kulturen entwickelte und somit die asketische Lebensweise des Mantelteilers aufgreift. Die Tat des Teilens vollzog Martinus bereits als Katechumene, als ein Mensch, der – noch nicht getauft – bereits bei Christus Orientierung suchte. Diese Seite Martins zieht sich durch sein ganzes asketisches, vom Gebet und der Stille geprägtes Leben und wird in einer der beiden Mantelhälften sichtbar. Die andere bei Martin ausgeprägte Seite ist das konsequente Handeln, seine zielorientierte Aktivität. Was er im Innehalten wahrgenommen hatte, das lebte er, dafür ist die andere Mantelhälfte Zeichen. Die Teilung adelt den Mantel!

„Martin beeindruckte das Volk durch sein asketisches Leben, seine Fürsorge für die Nöte der Armen… Beim Volk war Martin beliebt als ein gerechter, treusorgender Bischof. Seine Lebensweise blieb asketisch: er lebte zuerst in einer Zelle an der Kathedrale…Seine Askese brachte ihm aber immer wieder die Gegnerschaft des Klerus ein…Alle Legenden betonen Martins schlichte Lebensart und demütige Haltung: Er putzte selbst seine Schuhe und saß nicht auf der bischöflichen Kathedra, sondern auf einem Bauernschemel…“ (Quelle: www. Heiligenlexikon.de)

Deshalb fasste er sein Schwert, mit dem er gegürtet war, teilte den Mantel in der Mitte entzwei und gab die eine Hälfte dem Armen, mit der anderen Hälfte bekleidete er sich. Einige der Umstehenden machten sich über ihn lustig, da ihn der abgerissene Mantel entstellte.“ (Quelle: www.heiliger –martin.de)

Die beiden Mantelhälften können die Lungenflügel darstellen, aus denen Europa bis zum heutigen Tag Kraft schöpft, damit symbolisieren sie die Verbindung Europas in Einigkeit durch Vielfalt. Die Verbindung der Gegensätze, dieses durch Christus aufeinander Verwiesen-Sein wird durch die nicht vollkommene Trennung des Mantels sichtbar und doch ist der Schnitt, die Teilung deutlich zu sehen, da die Mantelhälften unten offen sind und in der Mitte, durch das Band der Liebe, eine goldene Kordel, geheilt sind.

Am Schnitt, besonders am geheilten Schnitt wird Christus sichtbar. Das Gold der Kordel ist für ihn und für die Liebe zugleich Symbol.

Die Leere, die mit dem offenen Mantelstück angezeigt wird, ist Symbol für alle Unversöhntheit, alle Gegensätze in Europa, die Realität die jeden Tag zu erleben und in der Nachfolge Christi zu durchleiden ist. Viele Menschen suchen Schutz in Europa. Solchen Schutz bietet ein Mantel.

Da der Mantel Halt an vielen Wegstationen macht, wird das Element des „Werdens“ sichtbar:

  • durch das Unterwegs sein gestaltet sich etwas heraus und braucht dafür seine Zeit
  • ich bin nicht alleine unterwegs; es gab Wandernde / Suchende / Findende / Fragende vor und nach mir
  • das große Ganze gestaltet sich aus einzelnen Teilen
  • das Gefundene gruppiert sich um die Herzgegend herum

Auf der linken Seite des Mantels – der Herzseite - finden sich in unregelmäßiger Anordnung kleine Taschen, in welche jede Diözese als Wegmarke dem werdenden Mantel etwas mitgeben - teilen kann, damit er in Tours dann zu einem Ganzen geworden ist.

Und so soll dieser Mantel die Eröffnung der neuen Pilgerroute  durch Europa begleiten und Menschen einladen Zeit und Aufmerksamkeit zu teilen und somit diesen unseren Pilgerweg gemeinsam mitzugestalten!

Constantin Weyrich / Achim Wicker

Kontakt: St. Martinusgemeinschaft e.V., Achim Wicker, Geschäftsführer,  AWicker(at)bo.drs.de, Telefon 0049 (0)7472/169-588; mobil: 0049 (0)01603433055

 

Homepage der Künstlerin Astrid J. Eichin: astrid-j-eichin.de

 

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